Der akute Problemkreis der (christlichen) Verstockung
Es existiert eine geistliche Fehlhaltung, die die gesamte Menschheit betrifft und die ohne das göttliche Gnadenwirken praktisch nicht zu beheben ist. Es geht um den Aspekt der „Verstockung“ (des Herzens oder des Geistes). Es war und ist die große Problematik bei Israel und den Juden und ist es leider auch zunehmend bei den sog. „Christen“, auch wenn dies kaum einer wahrhaben will, geschweige denn in seinem Leben feststellen wird. Und dies wird mit ein Grund sein, weshalb die meisten „Christen“ in der „Endzeit“ abfallen werden. So dauert etwa Israels Verstockung so lange an, bis die „Vollzahl aus den Nationen eingegangen ist“ (Röm.11,25). Paulus vergleicht in 2.Kor.3,12-16 die Verstockung Israels mit einer „Decke auf dem Herzen“ (oder Hülle). In der Folge wird geklärt, was Verstockung ist, wie sie sich auswirkt und wie sie verhindert oder überwunden werden kann.
Das griechische Wort für Verstockung heißt „porosis“ (von poros > Poren). Es ist eine „Schwiele“ – oder medizinisch: eine derbe, mehr oder weniger flächenhafte Narbe = Hornhaut. Angewendet wird es u.a. in Mk.3,5 in Bezug auf die Pharisäer, in Röm.11,25 auf Israel und in Eph.4,18 auf die Nationen. Das entsprechende Verb meint: mit Schwielen bedecken. Es erscheint hinsichtlich der Herzen der Jünger Jesu (Mk.6,52; 8,17), dem Zustand des Volkes in Israel (Joh.12,40) und die übrigen von Israel (Röm.11,7).
Ein paralleler Begriff ist „verdicken“ (pachuno) und wird benutzt beim Herz des Volkes (Mt.13,15) und im klassischen Text in Apg.28,25-27, der auf Jes.6,9-10 basiert, dem entscheidenden Hinweis rund um den Zustand der Verstockung Israels.
Schließlich besteht eine Verbindung zum Verb „verhärten“ (skleruno > hart), der in Apg.19,9 für die Juden verwendet wird, in Röm.9,18 auf den Pharao und in Hebr.3,8;13;15 als direkte Warnung an uns „Christen“.
Historisch gesehen bezüglich dem geistlichen Werdegangs Israels ist Jes.6,9-10 der elementare Hinweis des HERRN, wo die zentrale Not Israels und der Juden prophetisch praktisch angedeutet wird. Die Hebräer (Israel/Juden) wurden nach Gottes freier Gnadenauswahl aus dem „Sklavenhaus Ägypten“ befreit und mit einer klaren göttlichen Berufung vor die Tore Kanaans geführt (Ein auserwähltes Volk von Königen und Priestern sollten sie sein – 2.Mo.19,5-6). Sie verspielten diese Berufung (zumindest vorläufig) wegen drei Fehlhaltungen: Unglauben, Widerspenstigkeit, Ungehorsam (Hebr.3,7-19; Ps.95,7-11). Der Auszug aus Ägypten wird auf ca. 1450 v.Chr. datiert; Jesaja schrieb sein Buch im 8. Jh. v.Chr.; Jesus bezog sich ca. 28 n.Chr. auf Israels Verstockung (Mt.13,13-15) und schließlich Paulus in Apg.28,25-27 (ca. 65 n.Chr.). Daraus sind deutlich Ursache und Wirkung der Verstockung Israels ersichtlich – als intensive Warnung für uns „Gläubige“ im Neuen Bund (1.Kor.10).
Nun wird die Frage geklärt, was zur Verstockung oder Verhärtung eines („gläubigen“) Menschen führt. Aus Hebr.3-4 wird anhand der Fallstudie Israel ersichtlich, dass es v.a. der tolerierte Ungehorsam oder Unglaube ist. Es ist die Rede vom „bösen Herz des Unglaubens“ (Hebr.3,12). In Hebr.3,13 wird der „Betrug der Sünde“ erwähnt (Leben unter der Sklaverei der Sünde und das Tolerieren der Sünde). Ferner sind die sog. „geistlichen Feinde“ nicht entmachtet oder wurden sie in Christus nicht überwunden (> Das elementare Prinzip der geistlichen Feinde – MP3-Audio) und es erfolgte keine konsequente Lebensbereinigung inkl. der Beseitigung von dämonischen Aktivitäten. Schließlich stimmen die elementaren Grundlagen des Glaubenslebens nicht (> richtiges Evangelium, > richtiger Jesus, > richtiger Geist und > richtiger Glaube), was in der Regel in der sinnlosen „christlichen“ Gesetzlichkeit endet, die mehr oder weniger alles blockiert. Sie entspricht der sog. „Decke“ (Hülle) auf dem Herzen, also verstockten Gedanken und Sinnen (2.Kor.3,12-16).
Dann wenden wir uns dem Punkt zu, wie sich „Verstockung“ konkret im (Glaubens-)Leben auswirkt. Es werden mehrere typische Erscheinungsformen verzeichnet. V.a. existiert ein zäher Widerstand gegen jede konsequente Verkündigung des Wortes Gottes, v.a. rund um das „Evangelium des Christus“ und sämtliche Wirkungen des Heiligen Geistes. Man rutscht als „Christ“ ab in seelisch-religiöse Stimmungen und Umfelder (Bewegungen, Gemeinden etc.), in sinnlosen religiösen Aktivismus und unter den zunehmenden Einfluss der Welt (> Beschäftigt und gejagt vom Fürsten dieser Welt – MP3-Audio). Man bleibt nur religiös, häuft sich „christliche“ Lehren und Lehrer auf (2.Tim.4,3) und gerät am Ende unter den Einfluss des Geistes des Antichristus (1.Joh.4,3). Man kann den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht erkennen (2.Kor.3,17-18; 4,3-6) > Der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus – MP3-Audio. Es ist eben die Beschreibung der sog. „Decke“ (Hülle), wie bei Israel und den Juden. (> Pass auf, dass du keine Decke auf deinem Herzen hast – MP3-Audio / Ein aufgedecktes Angesicht – oder die Decke auf dem Herzen – MP3-Audio)
Schließlich ist zu klären, wie eine mögliche „Verstockung“ verhindert oder überwunden werden kann. Dazu liefern 2.Kor.3,14 und 16 die entscheidenden Hinweise: Sie wird nur in Christus aufgehoben (beseitigt) (V. 14) und indem man sich zum richtigen Evangelium, Geist und Jesus umwendet (V. 16). Komprimiert geht es darum, dass man im vollen biblischen Ausmaß ganz in Christus hineinkommt. Denn nur in Christus sind alle „geistlichen Feinde“ entmachtet – allen voran der sog. „alte Mensch“ – und man ist tatsächlich aus Gott (1.Joh.4,4-6). Ferner muss zwingend die volle Wirksamkeit des Heiligen Geistes sichergestellt sein inklusive des fortlaufenden Werkes der Reinigung und Heiligung durch das Blut und den Geist von Jesus Christus (> In der Schule des Heiligen Geistes – MP3-Audio / Die Verheißungen Gottes und die Vollendung unserer Heiligkeit – MP3-Audio).
„Verstockung“ ist im „Christentum“ allpräsent, und sie nimmt nun mit jedem Tag dramatisch zu, denn sie ist eine typische Erscheinung der „Endzeit“, die in der Logik zum „Abfall“ von Christus führt (2.Thess.2,3; 1.Tim.4,1; Hebr.3,12). Nie würde ein „Jude“ zugeben, dass er verstockt sei – genauso auch ein „Christ“ nicht. Doch Verstockung kann man nur anhand der Symptome identifizieren – vorausgesetzt, man hat ein aufrichtiges Herz. Der gesamte Widerstand der religiösen Elite zur Zeit Jesu gibt dafür eindeutigen Anschauungsunterricht. Und leider unterscheidet sich das moderne Christentum in keiner Weise davon (> Wir sind ein Volk von Schriftgelehrten und Pharisäern – MP3-Audio).
Studieren Sie bitte zum notwendigen Verständnis des Themas „Verstockung“ und zur persönlichen Sicherung in diesen „letzten Tagen“ noch ein zentrales von Gott vorgesehene Mittel zu Ihrem geistlichen Schutz: > Im Netzwerk des Heiligen Geistes – MP3-Audio.
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