Wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heißen, ein jeder, der zum Leben eingeschrieben ist – Jes.4,3

Der Apostel Petrus schreibt, dass die Propheten des Alten Bundes für uns im Neuen Bund geschrieben haben (1.Pt.1,10-12). Folglich sollten wir unter der Inspiration des Heiligen Geistes sorgfältig die prophetischen Bücher studieren, weil sie offensichtlich entscheidende Elemente für unser ewiges Heil enthalten. Ein eindrückliches Beispiel dafür finden wir in Jes.4,2-4. Verbindet man diesen Text mit Offb.20,11-15 und Offb.21 (dem neuen Jerusalem), erhalten wir höchst brisante Hinweise, v.a. hinsichtlich des sogenannten «Buches des Lebens».

In Jes.4,2 wird zweifelsfrei das erste, sichtbare Kommen des Herrn Jesus Christus angekündigt (Jes.11,1). Doch geht es dabei nicht primär um seine sichtbare Erscheinung, sondern um das Bereitstellen seiner perfekten Erlösung für motivierte Menschen, wie es schliesslich im sog. «Evangelium des Christus» dem Apostel Paulus genial enthüllt wurde. > Der Apostel Paulus und sein Evangelium – Gal.1,6-9 (MP3-Audio). Denn allein in diesem Werk erhalten bestimmte Menschen den göttlichen Status «heilig» und den korrekten Eintrag ins «Buch des Lebens», der alle Gerichte überdauert.

In unserem Text erscheint dreimal der Hinweis auf «Jerusalem». «Jerusalem» heisst wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt «Bewohnen-Frieden». Prophetisch ist dies keine geographische Ortsbezeichnung. Sie enthält vielmehr eine Serie von starken verdeckten Hinweisen, die für uns von grösster Wichtigkeit sind. Dies wird schliesslich mit der Erscheinung des «neuen Jerusalems» in Offb.21 herrlich ersichtlich. Es hat im Endeffekt keinen ethnischen (Juden) noch einen religiösen Bezug (Juden, Christen etc.). In der prophetischen Schau ist es die Herausbildung eines exklusiven Volkes, mit dem der ewige HERR und Gott dann in alle «Ewigkeit» Geschichte schreiben wird. Dieses Volk («Zion») besitzt tatsächlich sämtliche Lebensqualitäten des Herrn Jesus Christus, z.B. «Heiligkeit», «Gerechtigkeit», «Frieden» und vieles mehr (Offb.21). Und nur deshalb steht sein Name im «Buch des Lebens».

Doch wie ist dieses (auserwählte) Volk (die «Töchter Zions») entstanden? Grundlage ist das geniale stellvertretende Heilswerk des Herrn Jesus Christus, das auf Golgatha besiegelt wurde, als Er ausrief: «Es ist vollbracht!» > Die drei gewaltigsten Worte der Weltgeschichte: Es ist vollbracht! – Joh.19,30 (MP3-Audio). Und Sein himmlischer Vater setzte das Werk Seines Sohnes dadurch in Kraft, dass Er Ihn aus den Toten auferweckte.

Dieses Heilswerk ist ein sog. «Identifikationswerk». Das bedeutet, dass der ewige HERR und Gott aus Seinem Blickwinkel, objektiv gesehen, jedem Menschen Seinen gesamten Sohn vorgreifend übertragen hat. Was immer der Herr Jesus Christus durch seinen Tod beispielsweise an Heilsgüter erworben hat, wurde jedem Menschen allein durch göttliche Gnade vollumfänglich im Voraus bereitgestellt. Es ist das perfekt Werk Gottes, ausgeführt durch Seinen Sohn Gottes, das uns u.a. in diese herrliche «Sabbatruhe» von Gottes Volk führen würde > Denn du hast ja alle Werke für uns vollbracht – Jes. 26,12 (MP3-Audio). Gefragt ist hinfort nur noch, dass ein motivierter Mensch den Herrn Jesus Christus richtig «erkennt» (nämlich alles, was Er uns durch Sein Sterben erworben und übertragen hat) und Ihn anschliessend als sein Leben annimmt (Gal.2,19-20).

Wer in der Folge tatsächlich in Christus ist und bleibt, dessen «Unflat» und «Blutschulden» sind «hinweggefegt» (Jes.4,4) – vorausgesetzt wir haben sie als Schuld bekannt und damit entschieden gebrochen (1.Joh.1,7). Daher sind wir in Christus z.B. «gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt» (Eph.1,3); «auserwählt, heilig und tadellos» (V. 4); «Söhne Gottes» (V. 5); «begnadigt» (V. 6); «erlöst durch Sein Blut» (V. 7); sind «alle Vergehungen vergeben» (V. 7) usw. usw.

In diesem Stand in Christus – und ausschliesslich nur in Ihm – repräsentieren wir das «neue Jerusalem». Dort drin sind keine «Verzagten, Ungläubigen, mit Gräueln Befleckten, Mörder, Hurer, Zauberer, Götzendiener und Lügner» mehr (Offb.21,8; 27). Das «neue Jerusalem» ist ein herrliches Synonym für Christus und Seinen, für den Sohn Gottes und die Söhne Gottes, für das Haupt und die Glieder – für alle Menschen eben, die tatsächlich in Christus waren und sind.

Und weshalb wurden sie das? Weil auf Golgatha über den Herrn Jesus Christus der «Geist des Gerichts» und der «Geist des Vertilgens» ging (Jes.4,4) und sich die Seinen anschliessend durch den Glauben dieses Heilswerk in Christus angeeignet haben. Doch damit sie dies in Wahrheit erfahren, gingen sie eben zeitlebens selbst durch die «Heiligung» (fortlaufende Reinigung), durch Zerbruch, Demütigung, Leiden, die Erfahrung der persönlichen Mitkreuzigung ihres alten Menschen und vielem mehr.

Das Produkt ist das wahre Volk Gottes – unabhängig von irgendwelchen ethnischen oder religiösen Hintergründen. Es ist eine kleine Minderheit, die durch alle göttlichen Gerichte hindurch übriggeblieben und übriggelassen wurde – die «Entronnenen Israels» (Jes.4,2-3). Sie sind «zum Leben eingeschrieben».

Das ist der Hinweis zum entscheidendsten Bucheintrag für einen Menschen für Zeit und «Ewigkeit». Im Alten Testament finden wir noch drei parallele Hinweise in 2.Mo.32,32; Ps.69,29 und Dan.12,1. Der Herr Jesus Christus erwähnt diesen Eintrag gegenüber seinen Jüngern in Lk.10,20. Doch in Offb.20,15 wird in aller Heftigkeit klar, dass der Eintrag ins «Buch des Lebens» definitiv alles andere an «religiösen» Erfahrungen in den Schatten stellt. Es geht schlicht um unsere «Ewigkeit», also die ewige Berufung und Funktion des Menschen – oder um Totalverlust!

Doch wie kam es zu diesem Eintrag? Ganz bestimmt niemals durch irgendwelche menschlichen «Klimmzüge», also «religiöse» Errungenschaften. Denn im Königreich Gottes sind eigene Werke und Verdienste völlig ausgeschlossen (Eph.2,8-10). Der Eintrag ins «Buch des Lebens» hat einen direkten Bezug zum «neuen Jerusalem» (Offb.21,27), was nichts anderes heisst, als die völlige Lebensvereinigung mit dem Herrn Jesus Christus (z.B. Eph.5,27-29). Der Herr Jesus Christus ist sowohl der «verkörperte» «Baum des Lebens» (Offb.22,2; 2,7; 1.Mo.2,9) und das «ewige Leben» (1.Joh.5,12), als eben auch ein Synonym für das «Buch des Lebens». Wer tatsächlich in Christus war, ist und blieb, ist im «Buch des Lebens» und wird dort auch niemals «ausgelöscht» > Keinesfalls werde ich seinen Namen aus der Rolle des Lebens auslöschen – Offb.3,5 (MP3-Audio).

Doch dass ein Mensch den Herrn Jesus Christus richtig erkennen und als sein Leben annehmen durfte oder darf, hat mit göttlicher Gnade und göttlichen Geheimnissen zu tun (Eph.1,4; Röm.8,28-30). Auch wenn wir diese nicht oder nur teilweise verstehen, sollten wir etwas sicherstellen: Wenn wir heute und jetzt in Christus sind, dann sollten wir alles daransetzen, bis an unser Lebensende in Ihm zu bleiben (Joh.15). Und wenn möglich aus Christus heraus einen praktischen Lebensstil umzusetzen, der unser Umfeld zum Herrn Jesus Christus zieht!


Dieses Thema können Sie auch als PDF-Datei lesen, herunterladen, ausdrucken oder weiterleiten:


Dieses Thema können Sie sich in einem ausführlichen Vortrag als MP3-Audio anhören oder herunterladen: Wer in Jerusalem übriggelassen ist, wird heilig heißen, ein jeder, der zum Leben eingeschrieben ist - Jes.4,3 (MP3-Audio)


Dieser Vortrag steht auch auf dem YouTube Kanal von Bruno Schaer Ministries als Video zum Ansehen und Durcharbeiten bereit:     

Wir verwenden Cookies um Ihnen eine nutzerfreundliche Webseite zur Verfügung zu stellen.
Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.